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Christine Lagarde Zinserhöhung

Und die Zinsschraube dreht sich weiter: FED und EZB ziehen um 0.25 Prozent an

Im Kampf gegen die Inflation erhöht die US-Notenbank (FED) den Leitzins ein weiteres Mal um 0.25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 5.0 bis 5.25 Prozent. Es war der 10. Schritt in Folge. Der Wert lag zuletzt 2007, also kurz vor der weltweiten Finanzkrise, bei dieser Marke.

Mit seinen entschlossenen geldpolitischen Massnahmen des vergangenen Jahres hat das FED bereits grosse Turbulenzen im Banksektor ausgelöst. Auch der jüngste Bankenkollaps, der Zusammenbruch der First Republic Bank, konnte das FED nicht davon abhalten, weiter leicht an der Zinsschraube zu drehen – und mit PacWest ist gerade die fünfte Regionalbank auf dem Weg zur Kapitulation. Die kollabierten Banken hatten ihre Wertpapierbestände nicht ausreichend gegen steigende Zinssätze geschützt, was deren Marktwert stark ramponiert und das Anlegervertrauen erodieren liess.

Seinen Entscheid fällte das FED im Spannungsfeld zwischen Bankenkrise und anhaltend hoher Inflation. Die US-Teuerung bleibt zu hoch. Und neben dem weiterhin robusten Wachstum des US-Stellenmarktes sind auch die Verbraucherpreise im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 5.0 Prozent gestiegen. Das ist zwar der niedrigste Wert seit Mai 2021, doch noch immer weit von der 2.0-Prozentzielmarke weg. Mit der moderaten Zinserhöhung von gestern versuchte das FED im Spagat der Inflation nicht freien Lauf zulassen, ohne den US-Finanzsektor weiter zu verunsichern.

Im Hinblick auf weitere Zinsschritte haben die Währungshüter die Formulierung dahingegen abgeschwächt, dass weitere geldpolitische Massnahmen nicht mehr explizit in Aussicht gestellt werden. Es bleiben also auch weiterhin Zinsschritte möglich. Wie die obenstehende Grafik zeigt, geht der Markt aktuell davon aus, dass die Zinsen im Juni konstant gehalten werden. Spätestens zum Spätsommer erwarten die Märkte eine erste Reduktion des FED-Leitzinses. Somit widerspricht die Markterwartung den Aussagen des FED.

Vor wenigen Stunden hat nun auch die EZB die Zinsschraube um ein Viertelprozent angezogen. In der Eurozone liegt der neue Leitzins somit bei 3.25 Prozent. Die EZB hat zudem verlautbaren lassen, dass sie alle Instrumente im Rahmen ihres Mandats nutzen werde, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig zum Zielwert von 2.00 Prozent zurückkehrt.

 

Wie in den USA ist auch in der Eurozone der Kampf gegen die Inflation lange noch nicht gewonnen. Im April stieg die Teuerungsrate sogar leicht auf 7.0 Prozent, nachdem sie im März auf 6.9 Prozent gesunken war. Die Kernrate, bei der die schwankungsreichen Energie- und Rohstoffpreise herausgerechnet sind, ging im April nur um minimal 0.1 Prozent auf 5.6 Prozent zurück. Dies beunruhigt viele Euro-Wächter, da dies darauf hindeuten könnte, dass die Zeit der hohen Inflationsraten womöglich noch länger anhalten könnte. 

 

Die SNB wird am 22. Juni 2023 über weitere Leitzinsschritte entscheiden. Nachdem die Teuerung von 3.4 Prozent im Februar auf 2.9 Prozent im März sank. Die Märkte implizieren aktuell eine weitere Steigerung um 0.25 Prozent im Juni. Wie sich die Teuerung im April entwickelte, zeigen die morgen publizierten Inflationsdaten.

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Elena Muggli

Associate Consultant bei Corefinanz AG.

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