Markteinschätzung Immobilienpreise Schweiz

Kein klares Bild in der Schweizer Immo-Preisentwicklung?

Wie werden sich voraussichtlich die Immobilienpreise in der Schweiz entwickeln? Unterschiedliche Einflussfaktoren auf die Immobilienpreise wurden bereits im Blogartikel vom 16. Dezember 2020 angeschnitten und in der herausfordernden Corona-Situation gespiegelt. Es werden im Kontext der Immobilienpreise regelmässig Artikel bekannter Immobilienbewerter wie von Wüest Partner oder IAZI publiziert[1]. Deren Erkenntnisse lesen sich wie folgt.

Entwicklungen im Mietwohnbereich

Die Mietpreise sind im Vergleich zu den Vorjahren 2020 stärker zurückgegangen. Für 2021 werden weitere Rückgänge erwartet und spiegeln den im Vergleich zu 2019 gesamthaft tieferen Wanderungssaldo im Jahr 2020. Ferner wurde ein Anstieg der Arbeitslosenquote auch bei ausländischen Staatsangehörigen beobachtet[2], welcher sich definitiv auch in einer etwas reduzierten Mietwohnungsnachfrage äussern wird. Zu Buche schlagen jedoch die relativ vielen Neubauten, die weiterhin ein potenzielles Überangebot darstellen. Kompensiert werden diese durch einen Trend von mehr Singlehaushalten und damit ein leichter Anstieg der Mietwohnungsnachfrage und durch das «New Normal» im Zusammenhang mit den Homeoffice Gewohnheiten, die tendenziell den Bedarf eines weiteren (Arbeits-)Zimmers auslösen.

Entwicklungen im Wohneigentumsbereich

Es wird davon ausgegangen, dass bei relativ tiefem Angebot[3] und ungebrochen hoher Nachfrage die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser weiterhin steigen werden. Die Corona-Pandemie trägt Ihren Anteil bei und steigerte 2020 das Interesse nach den eigenen vier Wänden. In dieselbe Richtung weisen die relativ günstigen Finanzierungskonditionen. Im Jahr 2020 stiegen die Transaktionspreise für Wohneigentum um über 5%. Es zeichnet sich für 2021 voraussichtlich ein leichter Rückgang ab aufgrund der realwirtschaftlichen Aussichten im Sinne des voraussichtlichen BIP-Rückgangs und den damit einhergehenden steigenden Arbeitslosenzahlen und tieferen Löhnen im Vergleich zum Vorjahr.

Entwicklungen bei Geschäftsflächen

Der Druck auf die Ladenmieten könnte voraussichtlich anhalten. Grund hierfür sind die Unsicherheit bezüglich wirtschaftlicher Entwicklung in der Schweiz und das gestiegene baubewilligte Volumen, welches potenziell ein Überangebot produzieren könnte. Die Nachfrage nach Ladenflächen (Non-Food-Bereich) ist auch abhängig von der Dauer der verordneten Schliessungen respektive dem Ausbleiben der Kundschaft und der damit einhergehenden Umsatzeinbussen sowie der Anzahl drohender Konkurse aufgrund von Geschäftsaufgaben.

Die Lage bleibt angespannt und herausfordernd. Die Immobilienpreise werden sich voraussichtlich je nach Segment, wie oben dargestellt, unterschiedlich entwickeln. Der Markt muss weiterhin sorgfältig beobachtet werden.

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[1]      Siehe unter: Wüest & Partner Immobilienmarkt Schweiz 2021.pdf & SWX IAZI Preisindizes für Immobilien 4. Quartal 2020   
[2]     Siehe unter: BFS Statistik Zuwanderung 2021
[3]     Gemäss IAZI hat die Baudynamik in 2020 nachgelassen

Philipp Jäggle

Corefinanz AG
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